Bis zu vier Generationen arbeiten heute in vielen Unternehmen zusammen. Unterschiedliche Erfahrungen, Werte und Erwartungen treffen dabei aufeinander. Was manchmal als Herausforderung erlebt wird, kann zugleich eine große Chance sein – wenn Unternehmen die unterschiedlichen Perspektiven bewusst nutzen.

Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, der IHK zu Schwerin, der Wirtschaftsförderung Westmecklenburg und dem Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e. V. haben wir uns bei unserer Veranstaltung „Generationenmix – Konflikt oder Erfolgsfaktor?“ genau dieser Frage gewidmet. Zum Einstieg gab Generationenexpertin Nicole Schmutte von Digital Diversity Consulting spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Arbeitswelt. Deutlich wurde dabei: Der demografische Wandel, der zunehmende Fachkräftemangel und veränderte Erwartungen an Arbeit und Führung machen den Umgang mit Generationenvielfalt zu einem wichtigen Zukunftsthema für Unternehmen. In der anschließenden Diskussion und den Arbeitsgruppen wurde schnell klar, dass die Unterschiede zwischen den Generationen häufig dort sichtbar werden, wo es um Arbeitsweisen, Kommunikation, Karrierevorstellungen oder den Umgang mit Hierarchien geht. Gleichzeitig waren sich die Teilnehmenden einig: Nicht die Unterschiede sind das Problem, sondern der fehlende Austausch darüber. Wie kann es gelingen, Erfahrungswissen zu sichern? Was brauchen junge Beschäftigte, um langfristig im Unternehmen zu bleiben? Welche Rolle spielen Führung, Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten? Und wie schaffen wir Räume, in denen Generationen voneinander lernen statt nebeneinander zu arbeiten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit.

Besonders intensiv wurde über Wissensmanagement diskutiert. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, wertvolles Erfahrungswissen zu erhalten und weiterzugeben. Genannt wurden unter anderem Hospitationen, strukturierte Übergaben, digitale Wissensdatenbanken sowie regelmäßige Austauschformate innerhalb der Teams. Ein weiterer Schwerpunkt war die Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Die Teilnehmenden diskutierten darüber, welche Erwartungen insbesondere jüngere Generationen an Arbeit, Führung und Unternehmenskultur haben. Dabei wurde deutlich, dass Orientierung, Entwicklungsmöglichkeiten, Anerkennung und eine stärkenorientierte Führung wichtige Faktoren für die langfristige Bindung von Mitarbeitenden sind. Auch praktische Ansätze wurden gesammelt: generationenübergreifende Netzwerke, Reverse Mentoring, Austauschformate zwischen Unternehmen sowie bewusst geschaffene Begegnungsräume, in denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen können. Eine Erkenntnis zog sich durch den gesamten Nachmittag: Zukunftsfähige Unternehmen profitieren von der Vielfalt ihrer Beschäftigten. Entscheidend ist nicht, welcher Generation jemand angehört, sondern wie es gelingt, Erfahrungen, Wissen und neue Ideen miteinander zu verbinden.
Wir bedanken uns bei Nicole Schmutte für die Impulse sowie bei allen Teilnehmenden für die engagierten Diskussionen, die Offenheit und die vielen Praxisbeispiele aus ihrem Unternehmensalltag.
